Kurz beantwortet
Freelancer werden abseits der eigenen Website über vier Wege sichtbar: ein Google-Unternehmensprofil (auch ohne Geschäftslokal, mit Einzugsgebiet statt Adresse), Bewertungen zufriedener Kunden, Profile auf passenden Plattformen und Verzeichnissen sowie eigene Inhalte, die Kundenfragen beantworten. Alle vier sind mit wenig Budget machbar, verweisen auf deine Website und stärken sie.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Google-Unternehmensprofil funktioniert auch für Einzelpersonen, mit Einzugsgebiet statt Adresse.
- Bewertungen sind für Freelancer der stärkste Vertrauensbeweis. Gekaufte oder belohnte Bewertungen sind verboten.
- Plattform- und Verzeichnisprofile sollten auf die eigene Website verlinken.
- Ein ausführlicher Artikel pro Monat bringt mehr als tägliche Posts ohne Inhalt.
- Fang mit dem an, was in einer Woche machbar ist.
Warum reicht die Website allein nicht?
Weil viele Suchen gar nicht auf einer Website enden. Wer „Fotografin Graz“ sucht, sieht zuerst die Karte mit Unternehmensprofilen, dann Plattformen und Verzeichnisse, dann einzelne Websites. Als Freelancer willst du an mehreren dieser Stellen auftauchen, und überall mit denselben Angaben. Dazu kommt: Viele Auftraggeber prüfen einen Freelancer, bevor sie Kontakt aufnehmen. Sie suchen deinen Namen, lesen Bewertungen und schauen, ob die Angaben überall zusammenpassen. Ein stimmiges Bild über Profil, Plattformen und Website schafft Vertrauen, bevor das erste Gespräch stattfindet. Die technischen Grundlagen der Website selbst stehen im Artikel Website optimieren: 10 SEO-Tipps für Freelancer. Hier geht es um alles außerhalb.
Google-Unternehmensprofil: Geht das ohne Geschäftslokal?
Ja, wenn du Kunden persönlich betreust, bei ihnen oder bei dir. Arbeitest du von zu Hause und empfängst dort keine Kunden, entfernst du die Adresse aus dem Profil und gibst stattdessen ein Einzugsgebiet an. Google erlaubt bis zu 20 Gebiete, etwa Städte oder Postleitzahlen. Eine Grafikerin aus Graz-Eggenberg kann so Graz, Graz-Umgebung, Leibnitz und Weiz eintragen, ohne ihre Wohnadresse zu zeigen.
Achte auf die Richtlinien: Der Name im Profil ist dein echter Firmen- oder Markenname, ohne zusätzliche Suchbegriffe. „Anna Berger Fotografie“ ist in Ordnung, „Anna Berger Fotografie Hochzeitsfotograf Graz günstig“ nicht. Reine Online-Tätigkeiten ohne persönlichen Kundenkontakt sind für ein Profil nicht vorgesehen.
Wie du das Profil Schritt für Schritt vervollständigst: Google-Unternehmensprofil optimieren.
Bewertungen: Wie bekomme ich mehr?
Bitte nach jedem abgeschlossenen Projekt um eine Bewertung, am besten mit dem direkten Link oder QR-Code, den Google dafür anbietet. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach der Übergabe, wenn die Zufriedenheit am größten ist.
So läuft es gut:
- Link zur Bewertung in die Abschlussmail schreiben.
- Kurz sagen, was hilfreich wäre: welches Projekt, was gut lief.
- Jede Bewertung beantworten, auch kritische, sachlich und ohne Rechtfertigung.
Was verboten ist: Gutscheine, Rabatte oder andere Gegenleistungen für Bewertungen. Google stuft das als gefälschte und irreführende Inhalte ein. Selbst geschriebene Bewertungen oder solche von Freunden, die nie Kunden waren, genauso. Warum echte Kundenstimmen auch auf der Website wirken, beschreibt der Artikel Testimonials auf der Website.
Wie antworte ich auf eine kritische Bewertung?
Ruhig, kurz und lösungsorientiert. Wer mitliest, achtet oft weniger auf die Kritik als auf deine Antwort. Ein Beispiel für eine Grafikerin nach einer verspäteten Lieferung:
„Danke für deine offene Rückmeldung. Du hast recht, die Entwürfe kamen zwei Tage später als vereinbart, das hätte ich früher ankündigen müssen. Ich habe meine Terminplanung dafür angepasst. Wenn du magst, melde dich gern direkt bei mir.“
Was du vermeidest: Rechtfertigungen, Details aus dem Projekt, die der Kunde nicht öffentlich sehen will, und Antworten im Ärger. Lies die Antwort am nächsten Tag noch einmal, bevor du sie abschickst.
Plattformen und Verzeichnisse: Welche lohnen sich?
Branchenverzeichnisse, Berufsverbände, die WKO-Firmen-A-Z und Plattformen deiner Branche bringen Sichtbarkeit und oft einen Link auf deine Website. Wichtig: Name, Adresse (falls angegeben) und Telefonnummer überall gleich schreiben.
Wo | Nutzen | Aufwand |
|---|---|---|
Google-Unternehmensprofil | Sichtbarkeit in Karte und lokaler Suche | einmal einrichten, dann laufend pflegen |
WKO-Firmen-A-Z | Eintrag bei der Kammer, Vertrauen | gering, meist schon vorhanden |
Branchenverzeichnisse (etwa Herold) | zusätzliche Fundstellen, Link | gering |
Berufsverbände, Innungen | Fachbezug, Empfehlungen | je nach Verband |
Fachplattformen (Behance, Dribbble, Fachportale) | Reichweite in der Branche | mittel |
Kontakte, B2B-Kundschaft | laufend |
Nicht jede Plattform lohnt sich. Wähle zwei bis drei, auf denen deine Kundschaft wirklich sucht, und pflege sie vollständig, statt zwanzig halbe Profile anzulegen. Ein vollständiges Profil heißt: Foto, klare Beschreibung deiner Spezialisierung, Einzugsgebiet, Link zur Website und zwei bis drei Arbeitsproben. Notiere dir in einer kleinen Liste, wo du überall eingetragen bist. Ändert sich deine Telefonnummer oder Adresse, weißt du so sofort, wo du nachbessern musst.
Inhalte, Social Media, Kooperationen: Was bringt was?
Diese drei Wege kosten vor allem Zeit, kein Budget. Sie wirken langsamer als Profil und Bewertungen, dafür dauerhaft.
Eigene Inhalte: Worüber soll ich schreiben?
Über die Fragen, die dir Kunden immer wieder stellen, in je einem ausführlichen Artikel: Was kostet ein Logo? Wie läuft ein Fotoshooting ab? Was muss ich für die Übersetzung vorbereiten? Google betont, dass Inhalte Menschen helfen sollen und Erfahrung zeigen dürfen. Genau das kannst du als Freelancer: Du schreibst aus echten Projekten, nicht aus Vorlagen. Solche Inhalte finden auch KI-Assistenten, wenn jemand dort fragt.
Ein Rhythmus von einem guten Artikel im Monat ist für die meisten realistisch. Ein guter Artikel beantwortet die Frage gleich im ersten Absatz, erklärt dann die Details und zeigt ein echtes Beispiel aus deiner Arbeit. Veröffentliche ihn auf deiner Website und teile ihn danach auf deinen Kanälen, nicht umgekehrt.
Social Media mit Rückweg
LinkedIn, Instagram oder Behance sind stark für Reichweite, aber du kontrollierst sie nicht. Verlinke von dort auf deine Website und auf konkrete Projektseiten, damit Interessierte bei dir landen und nicht im Feed hängen bleiben.
Kooperationen in der Region
Freelancer mit ergänzenden Leistungen, etwa Texterin, Fotograf und Webdesignerin, können sich gegenseitig empfehlen und auf den Websites verlinken. Das hilft, wenn der Bezug echt ist. Gute Anlaufstellen in Graz sind Coworking-Spaces, Netzwerktreffen der Wirtschaftskammer oder Branchenstammtische. Ein gemeinsames Projekt, das beide auf ihren Websites zeigen, ist dabei mehr wert als ein bloßer Linktausch.
Woran merkst du, dass es wirkt?
Das Unternehmensprofil zeigt dir in seinen Statistiken, wie oft es in der Suche und in Maps erschienen ist und wie viele Anrufe, Website-Klicks und Routenanfragen daraus kamen. Die Search Console zeigt, ob mehr Menschen über Google auf deine Website kommen. Und die einfachste Messung: Frag jede neue Anfrage, wie sie dich gefunden hat, und notiere es. Nach drei Monaten siehst du, welcher Weg für dich funktioniert, und kannst dort mehr Zeit investieren.
Typische Fehler
- Profil mit Keywords im Namen: verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperre führen.
- Wohnadresse sichtbar, obwohl dort keine Kunden empfangen werden.
- Bewertungen gegen Rabatt: verboten, auch wenn es gut gemeint ist.
- Zwanzig Plattformen, alle halb gepflegt: wirkt verlassen.
- Kein Link zurück zur Website: Reichweite ohne Rückweg verpufft.
Was du diese Woche tun kannst
- Google-Unternehmensprofil anlegen oder vervollständigen, Einzugsgebiet festlegen.
- Drei zufriedene Kunden mit direktem Link um eine Bewertung bitten.
- Deine Angaben in WKO-Firmen-A-Z und den zwei wichtigsten Verzeichnissen angleichen.
- Die häufigste Kundenfrage als Artikel beantworten.
Das sind zusammen wenige Stunden. Danach reicht eine feste halbe Stunde pro Woche: Bewertungen beantworten, ein Foto oder Projekt ergänzen, Angaben prüfen.
Wann sich ein SEO-Profi für dich lohnt, klärt SEO-Experten für KMU beauftragen. Wenn du Unterstützung bei Profil und lokaler Sichtbarkeit willst: SEO für lokale Unternehmen aus Graz.
Quellen und weiterführende Informationen
Häufige Fragen
Kann ich als Freelancer ein Google-Unternehmensprofil anlegen?
Ja, wenn du Kunden persönlich betreust. Ohne Geschäftslokal entfernst du die Adresse und gibst ein Einzugsgebiet an, Google erlaubt bis zu 20 Gebiete.
Wird meine Wohnadresse im Profil angezeigt?
Nicht, wenn du sie entfernst und stattdessen ein Einzugsgebiet angibst. Das ist für Betriebe vorgesehen, die keine Kunden an ihrer Adresse empfangen.
Wie bekomme ich mehr Bewertungen?
Nach jedem Projekt direkt mit Link oder QR-Code darum bitten und jede Bewertung beantworten. Gegenleistungen wie Rabatte für Bewertungen sind bei Google verboten.
Bringt Social Media etwas für SEO?
Nicht direkt für das Ranking, aber für Reichweite und Besuche. Verlinke von deinen Profilen auf die Website und konkrete Projektseiten.
In welchen Verzeichnissen sollte ich als Freelancer stehen?
Im Google-Unternehmensprofil, in der WKO-Firmen-A-Z und in zwei bis drei Verzeichnissen oder Plattformen, auf denen deine Kundschaft sucht. Überall mit identischen Angaben.
Geschrieben von

Adam Khalil, BSc
Gründer und Lead Developer, Kalena Designs, Graz
Adam Khalil hat Kalena Designs 2019 in Graz gegründet und baut seitdem Websites, Online-Shops und Automatisierungen für kleine Betriebe in der Steiermark. Er schreibt darüber, was eine Website an Anfragen bringt, wie lokale Sichtbarkeit bei Google und in KI-Suchen entsteht und wo KI im Betriebsalltag wirklich Zeit spart. Das Wix-Partnerkonto, über das er Wix-Studio-Projekte umsetzt, ist von Wix Studio als Expert Developer zertifiziert.
Das Team hinter Kalena DesignsPassende Leistung
SEO Agentur Graz
Wenn jemand in Graz nach deiner Leistung sucht, sollst du auftauchen: bei Google, in Google Maps und in den Antworten von ChatGPT und Co. Wir machen dich sichtbar, messen, was es bringt, und versprechen dir keinen Platz 1.
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