Kurz beantwortet
Ein Marketing-Plan für einen kleinen Betrieb mit vier Stunden im Monat heißt: eine Stunde pro Woche mit fester Aufgabe. Woche eins Google-Profil und Zahlen, Woche zwei ein Beitrag, Woche drei Bewertungen, Woche vier eine Mail an bestehende Kundschaft. Gemessen werden Anrufe, Websiteklicks und Anfragen, nicht Follower.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine feste Stunde pro Woche schlägt Stoßarbeit: jede Woche eine Hauptaufgabe, immer am selben Tag.
- Google-Profil und Bewertungen zuerst, weil sie in der Google-Suche und auf Maps direkt neben deinem Namen stehen.
- Um Bewertungen bittest du alle Kundinnen und Kunden, ohne Anreize; das verlangen die Google-Maps-Richtlinien.
- Werbe-Mails nur mit Einwilligung oder im engen Rahmen der Ausnahme nach § 174 Abs. 4 TKG 2021.
Mit vier Stunden im Monat kommt ein kleiner Betrieb im Marketing weiter, wenn er sie jede Woche in dieselben vier Aufgaben steckt: Google-Profil pflegen, um Bewertungen bitten und darauf antworten, einen Beitrag veröffentlichen und einmal im Monat eine Mail an bestehende Kundschaft schicken. Alles andere lässt du bewusst weg, bis diese vier Dinge laufen.
Ein Beispiel: Ein Installateurbetrieb südlich von Graz mit fünf Leuten. Der Chef macht das Marketing selbst, meist spät am Abend und nur, wenn gerade wenig los ist. Im Frühjahr postet er drei Wochen lang täglich, dann kommt die Heizsaison und monatelang passiert nichts. Am Ende hat er viel Zeit investiert und kann nicht sagen, was davon eine einzige Anfrage gebracht hat.
Ein fester Plan mit einer Stunde pro Woche schlägt diese Stoßarbeit fast immer. Was laufendes Marketing für kleine Betriebe umfasst, beschreiben wir auf der Seite zum Online-Marketing für Grazer Betriebe. Warum Sichtbarkeit bei Google die Grundlage dafür ist, erklärt unsere Seite zu lokaler Suchmaschinenoptimierung.
Welcher Marketing-Plan passt zu einem kleinen Betrieb?
Der passende Marketing-Plan für einen kleinen Betrieb ist einer, den du auch in einem vollen Monat einhältst. Deshalb setzen wir auf eine Stunde pro Woche, immer am selben Tag, mit einer festen Aufgabe je Woche.
Der Grund für diese Auswahl: Dein Google-Unternehmensprofil mit seinen Bewertungen erscheint in der Google-Suche und auf Google Maps, also genau dort, wo Menschen einen Betrieb in der Nähe suchen. Dort wirkt jede Stunde direkt. Social Media, Anzeigen und Newsletter können später dazukommen.
Wie sieht der Plan mit einer Stunde pro Woche aus?
Leg dir einen fixen Termin in den Kalender, etwa Montag um acht, bevor das Telefon läutet. Jede Woche hat eine Hauptaufgabe, der Rest der Stunde gehört den Bewertungen.
Woche 1: Google-Profil prüfen und Zahlen notieren
Öffne dein Unternehmensprofil und prüf Öffnungszeiten, Telefonnummer, Leistungen und Fotos. Stimmen Feiertage und Betriebsurlaub? Lade zwei, drei neue Fotos aus dem letzten Monat hoch.
Dann schau dir die Leistungsdaten an. Google zeigt dort laut Unternehmensprofil-Hilfe unter anderem, wie oft jemand auf „Anrufen“ getippt, eine Wegbeschreibung abgefragt oder auf deinen Websitelink geklickt hat, und mit welchen Suchbegriffen man dich gefunden hat [Q4]. Schreib diese drei Zahlen in eine einfache Tabelle, jeden Monat in dieselbe Zeile. Mehr brauchst du am Anfang nicht.
Woche 2: ein Beitrag im Google-Profil
Veröffentliche einen Beitrag im Profil. Google unterscheidet laut Hilfe Beiträge für Aktuelles, Angebote und Veranstaltungen und erlaubt, Beiträge zu planen und etwa monatlich zu wiederholen [Q1]. Ein fertiges Projekt mit Foto und zwei Sätzen reicht völlig.
Wichtig: Beiträge, die älter als sechs Monate sind, archiviert Google laut derselben Hilfeseite, sofern du keinen Zeitraum angegeben hast [Q1]. Ein Beitrag im Monat hält das Profil also sichtbar gepflegt. Denselben Text und dasselbe Foto kannst du anschließend auf deiner Website oder auf Instagram verwenden, ohne neu zu schreiben. Wie du dafür auf der Baustelle bessere Bilder machst, steht in unserem Beitrag über Referenzfotos von der Baustelle.

Woche 3: um Bewertungen bitten und antworten
Bitte in dieser Woche alle Kundinnen und Kunden, deren Auftrag abgeschlossen ist, um eine Bewertung. Das geht per Mail mit einem Link oder über einen QR-Code auf der Rechnung, beides beschreibt Google in der Hilfe zu Rezensionen [Q2].
Dabei gelten klare Regeln. Laut den Google-Maps-Richtlinien sind Anreize wie Zahlungen, Rabatte oder kostenlose Leistungen für eine Rezension nicht gestattet, ebenso wenig, gezielt nur um positive Rezensionen zu bitten [Q3]. Frag also alle, nicht nur die Zufriedenen.
Beantworte in derselben Woche jede neue Bewertung. Google empfiehlt konstruktive und freundliche Antworten, damit Kundschaft sieht, dass du ihre Meinung schätzt [Q2]. Bei Kritik gilt: kurz danken, sachlich bleiben, ein Gespräch anbieten.
Woche 4: eine Mail an bestehende Kundschaft
Schick einmal im Monat eine kurze Mail an Kundinnen und Kunden, die sie bekommen wollen: eine Saisonerinnerung, ein Hinweis auf Wartung oder ein neues Angebot. Ein Thema pro Mail, ein Link, fertig.
Hier ist das Recht streng. Nach § 174 Abs. 3 TKG 2021 ist Werbung per E-Mail oder SMS ohne vorherige Einwilligung grundsätzlich unzulässig [Q5]. Für bestehende Kundschaft gibt es in Abs. 4 eine Ausnahme mit mehreren Bedingungen, die alle gleichzeitig erfüllt sein müssen, darunter Werbung nur für eigene ähnliche Leistungen und eine klare, kostenlose Möglichkeit abzulehnen [Q5].
Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Die Wirtschaftskammer hilft dir bei deinem konkreten Fall weiter.

Was schreibst du, wenn dir nichts einfällt?
Einem Betrieb geht der Stoff für Beiträge und Mails nicht aus, wenn er aus seinem Alltag erzählt statt aus dem Marketing-Lehrbuch. Die besten Themen sind die Fragen, die du diese Woche am Telefon beantwortet hast.
Leg dir dafür eine Notiz am Handy an und schreib jede Kundenfrage hinein, sobald sie dir gestellt wird. Aus dieser Liste entstehen die Beiträge fast von selbst. Ein paar Beispiele, die in vielen Branchen funktionieren:
- Saison: Was jetzt ansteht, etwa Heizungsservice vor dem Winter, Terrassenöl im Frühjahr oder die Spargelkarte im Lokal.
- Ein fertiger Auftrag: ein Foto, zwei Sätze zur Aufgabe und was das Besondere war, ohne Namen und Adresse der Kundschaft.
- Eine häufige Frage: „Wie lange dauert ein Badumbau?“ oder „Brauche ich für die Physiotherapie eine Verordnung?“, kurz und ehrlich beantwortet.
- Ein Blick hinter die Kulissen: das neue Werkzeug, der Lehrling im ersten Jahr, die Vorbereitung am Morgen.
- Eine Änderung: neue Öffnungszeiten, Betriebsurlaub, eine neue Leistung.
Ein Thema reicht für den Beitrag im Profil, einen kurzen Absatz in der Monatsmail und ein Foto auf der Website. Du schreibst es einmal und verwendest es dreimal.

Was misst du, und was lässt du weg?
Du misst nur, was eine Anfrage bedeutet: Anrufe und Websiteklicks aus dem Google-Profil, Anfragen über dein Formular und die Antwort auf die Frage „Wie hast du uns gefunden?“, die du jede neue Kundschaft stellst. Follower und Likes zählst du nicht.
Nach drei Monaten siehst du in deiner Tabelle eine Richtung. Steigen die Anrufe, machst du weiter. Bleibt alles gleich, liegt es oft nicht am Marketing, sondern an der Website dahinter. Warum Betriebe trotz Pflege nicht gefunden werden, zeigt unser Artikel Ursachen für fehlende Sichtbarkeit.
Bewusst weglassen solltest du in den ersten Monaten:
- einen zweiten und dritten Social-Media-Kanal, solange der erste nicht regelmäßig läuft,
- bezahlte Anzeigen ohne Messung, woher die Anfragen kommen,
- Gewinnspiele, die Reichweite bringen, aber keine passende Kundschaft,
- Trends, die in einem Monat niemand mehr kennt.
Aus unserer Praxis: wann Auslagern sinnvoll ist
Auslagern lohnt sich, wenn die Stunde pro Woche regelmäßig ausfällt oder wenn du nach einigen Monaten mehr willst als die vier Grundaufgaben.
Bei uns beginnt das oft mit dem SEO Starter ab 1.200 € einmalig, der Analyse, fünf Seiten, das Google-Profil und strukturierte Daten umfasst. Wer die laufende Betreuung abgeben will, bekommt bei uns SEO Komplett ab 2.500 € für den Aufbau plus ab 790 € im Monat, mit zwei Artikeln im Monat. Du erreichst uns direkt, ohne Ticketsystem und Callcenter.
Ehrlich gesagt: Wenn du den Plan oben drei Monate lang durchziehst, brauchst du vielleicht gar keine Agentur. Wie du das Google-Profil darüber hinaus verbesserst, steht in unserem Maps-Guide für Grazer Betriebe.
Wann du das nicht brauchst
Du brauchst diesen Plan nicht, wenn dein Kalender auf Monate voll ist und neue Aufträge nur über Empfehlungen kommen. Dann ist die Stunde besser in einen Rückruf an die nächste Anfrage investiert.
Auch wenn du gerade ohnehin keine Kapazität für neue Kundschaft hast, etwa weil du Personal suchst, bringt mehr Sichtbarkeit wenig. Dann ist eine gute Karriereseite oft die wichtigere Baustelle als ein neuer Beitrag.
Wenn du wissen willst, welche der vier Aufgaben in deinem Betrieb am meisten bringt, schauen wir uns Profil und Website gemeinsam an: Erstgespräch buchen.
Quellen und weiterführende Informationen
[Q1] Google Unternehmensprofil-Hilfe: Beiträge erstellen und verwalten (abgerufen September 2026)
[Q2] Google Unternehmensprofil-Hilfe: Kundenrezensionen verwalten (abgerufen September 2026)
[Q5] RIS: § 174 Telekommunikationsgesetz 2021, unerbetene Nachrichten (Fassung gültig ab 01.11.2021)
Häufige Fragen
Kann ich die vier Stunden auf einen Tag im Monat legen?
Möglich, aber riskant. Fällt dieser eine Tag aus, passiert einen Monat lang nichts, und Bewertungen bleiben wochenlang unbeantwortet. Eine Stunde pro Woche verteilt das Risiko.
Welches Werkzeug brauche ich für die Tabelle?
Eine einfache Tabelle in Excel, Google Sheets oder auf Papier reicht. Wichtig ist nur, dass du jeden Monat dieselben Werte in dieselbe Spalte schreibst, damit du Veränderungen siehst.
Soll ich Mitarbeitende einbinden?
Ja, bei Fotos und Bewertungen. Wer auf der Baustelle oder im Geschäft steht, kann Fotos machen und Kundschaft auf den QR-Code hinweisen. Das Veröffentlichen und Antworten bleibt am besten bei einer Person.
Was mache ich mit einer unfairen Bewertung?
Antworte sachlich und kurz, ohne Details aus dem Auftrag. Verstößt die Bewertung gegen die Google-Richtlinien, kannst du sie im Profil melden. Ob sie entfernt wird, entscheidet Google.
Geschrieben von

Adam Khalil, BSc
Gründer und Lead Developer, Kalena Designs, Graz
Adam Khalil hat Kalena Designs 2019 in Graz gegründet und baut seitdem Websites, Online-Shops und Automatisierungen für kleine Betriebe in der Steiermark. Er schreibt darüber, was eine Website an Anfragen bringt, wie lokale Sichtbarkeit bei Google und in KI-Suchen entsteht und wo KI im Betriebsalltag wirklich Zeit spart. Das Wix-Partnerkonto, über das er Wix-Studio-Projekte umsetzt, ist von Wix Studio als Expert Developer zertifiziert.
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