Kurz beantwortet
Vor einem Psychotherapie-Erstgespräch zögern Menschen, weil sie Ablauf, Kosten und den Umgang mit ihrer Nachricht nicht kennen. Deine Website senkt diese Hemmschwelle mit einer Seite zum Ablauf, klaren Angaben zu Honorar und Kassenzuschuss, ehrlicher Wartezeit und einem Formular, das nur Name, Kontakt und Wunschzeiten abfragt, nie Beschwerden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die größte Hürde vor dem Erstgespräch ist Unsicherheit über Ablauf, Kosten und Diskretion, nicht die Technik.
- Honorar und Kassenzuschuss gehören auf eine eigene Seite; die Höhe des ÖGK-Zuschusses verlinkst du, statt sie aus dem Gedächtnis zu nennen.
- Das Anfrageformular fragt keine Gesundheitsdaten ab: Name, Kontakt, Wunschzeiten und eine freiwillige Nachricht reichen.
- Das Psychotherapiegesetz 2024 verlangt sachliche und wahre Information: keine Heilversprechen, keine Erfolgsquoten.
Deine Praxis-Website senkt die Hemmschwelle vor dem Erstgespräch, wenn sie drei Fragen beantwortet, bevor jemand sie stellen muss: Wie läuft das erste Treffen ab, was kostet es, und was passiert mit meiner Nachricht. Dazu kommt ein Anfrageweg, der nur das Nötigste wissen will und sich in einer Minute erledigen lässt.
Ein Beispiel: Eine Psychotherapeutin in Graz arbeitet allein in ihrer Praxis, auch an zwei Abenden pro Woche. Ihr Telefon ist während der Sitzungen stumm. Wer anruft, landet auf der Mailbox, und viele Menschen, die zum ersten Mal Hilfe suchen, sprechen dort nichts drauf. Sie schließen die Website und versuchen es vielleicht in ein paar Wochen wieder, vielleicht nie.
Was eine gute Website für eine Therapiepraxis insgesamt braucht, steht auf unserer Branchenseite. Dieser Artikel konzentriert sich auf den einen Moment, in dem jemand zögert: kurz bevor die Anfrage abgeschickt wird. Wie wir Websites in unserem Grazer Studio allgemein planen, findest du auf der Übersicht.
Warum zögern Menschen vor dem Psychotherapie-Erstgespräch?
Die Hürde vor dem ersten Kontakt ist selten die Technik, sondern Unsicherheit. Wer eine Psychotherapie sucht, weiß oft nicht, was im ersten Gespräch passiert, ob er dort erklären muss, warum er kommt, und ob er sich die Therapie leisten kann.
Jede offene Frage ist ein Grund, die Anfrage auf später zu verschieben. Die Website kann diese Fragen nicht alle lösen. Sie kann aber zeigen, dass du sie kennst und dass niemand im ersten Schritt alles erklären muss.
Am meisten helfen diese Punkte:
- Ein Foto und ein paar Sätze von dir, in deiner Sprache, nicht im Ton eines Lehrbuchs. Menschen suchen jemanden, bei dem sie sich vorstellen können, zu sitzen und zu reden.
- Eine Seite zum Ablauf, die das erste Gespräch Schritt für Schritt beschreibt: Dauer, Ort, was du fragst und dass danach beide entscheiden, ob es passt.
- Eine ehrliche Angabe zur Wartezeit. Wenn du gerade keine freien Plätze hast, schreib das. Wer es erst nach der Anfrage erfährt, fühlt sich abgewiesen.

Was muss zu Kosten und Kassenzuschuss auf der Website stehen?
Kosten gehören auf eine eigene, gut auffindbare Seite, mit deinem Honorar je Einheit und einem verständlichen Absatz zum Zuschuss der Krankenkasse. Wer den Preis erst im Gespräch erfährt, sagt aus Scham oft gar nicht erst zu.
Die Österreichische Gesundheitskasse unterscheidet laut ihrer Informationsseite zur Psychotherapie (abgerufen im September 2026) zwei Wege [Q1]. Bei Vertragspartnern übernimmt sie die Kosten. Bei freiberuflichen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in der Liste des Gesundheitsministeriums eingetragen sind, leistet sie einen Kostenzuschuss [Q1].
Für den Zuschuss nennt die ÖGK Voraussetzungen, die deine Klientinnen kennen sollten: Vor der zweiten Sitzung ist eine ärztliche Untersuchung nötig, ab der elften Sitzung eine Bewilligung [Q1]. Die Höhe des Zuschusses legt die Satzung der ÖGK fest. Nenn auf deiner Website deshalb keinen Betrag aus dem Gedächtnis, sondern verlinke die Seite der ÖGK und schreib dazu, wann du die Angabe zuletzt geprüft hast. Bei anderen Versicherungsträgern gelten eigene Regeln, auch das gehört in einen Satz.
Wie diskret muss das Anfrageformular sein?
Ein Anfrageformular für ein Erstgespräch fragt nur ab, was du für die Terminvereinbarung brauchst: Name, eine Kontaktmöglichkeit, bevorzugte Zeiten und ein freiwilliges Feld für eine kurze Nachricht. Nach Diagnose, Beschwerden oder Medikamenten fragt es nicht.
Der Grund ist rechtlich und menschlich zugleich. Gesundheitsdaten gehören laut Datenschutzbehörde zu den besonderen Datenkategorien nach Art. 9 DSGVO, deren Verarbeitung grundsätzlich verboten ist, weil dabei erhebliche Risiken für die Rechte der Betroffenen bestehen können [Q2]. Ausnahmen gibt es, etwa eine ausdrückliche Einwilligung für festgelegte Zwecke [Q2]. Ein Formular, das gar nicht erst danach fragt, braucht diese Ausnahme nicht.

Menschlich ist es genauso wichtig: Wer im ersten Schritt schreiben muss, worunter er leidet, bricht ab. Ein Satz über dem Nachrichtenfeld nimmt den Druck: „Du musst hier nichts über deine Gründe schreiben. Das besprechen wir in Ruhe im Erstgespräch.“
Für die technische Seite gilt eine kurze Liste:
- Die Seite läuft verschlüsselt über HTTPS, erkennbar am Schloss im Browser.
- Die Anfrage geht an ein Postfach, auf das nur du Zugriff hast, nicht an eine Sammeladresse.
- Das Formular speichert Anfragen nicht länger als nötig in einer Datenbank oder gar nicht.
- Unter dem Absende-Button steht in einem Satz, was mit den Daten passiert, mit Link zur Datenschutzerklärung.
- Kein Tracking-Pixel und kein Chat-Widget auf der Kontaktseite, bevor jemand zugestimmt hat.
Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall sind die Datenschutzbehörde und dein Berufsverband die richtigen Stellen. Warum jedes zusätzliche Feld Anfragen kostet, zeigt unser Artikel über Formulare, die Anfragen verlieren.

Welcher Ton passt zu einer Praxis-Website?
Der passende Ton ist ruhig, sachlich und persönlich, so wie du im Erstgespräch sprichst. Ob du deine Klientinnen duzt oder siezt, entscheidest du. Wichtig ist nur, dass die Anrede zu deiner Arbeit passt und durchgehend gleich bleibt.
Das Berufsrecht setzt hier den Rahmen. Das Psychotherapiegesetz 2024 verpflichtet Berufsangehörige in § 48, sich „jeder unsachlichen und unwahren Information“ im Zusammenhang mit ihrem Beruf zu enthalten (Fassung gültig ab 01.01.2025) [Q3]. Genauere Berufspflichten regelt ein Ethik- und Berufskodex, den das Gesundheitsministerium laut § 51 per Verordnung festlegt [Q4].
Für die Website heißt das in der Praxis: keine Heilversprechen, keine Erfolgsquoten, keine Formulierungen, die Angst machen. Beschreib lieber, wie du arbeitest, für welche Anliegen Menschen zu dir kommen und was eine Sitzung ausmacht. Wenn du unsicher bist, ob eine Formulierung passt, frag deinen Berufsverband, bevor sie online geht.
Aus unserer Praxis: ruhige Seiten, klare Wege
Bei Praxis-Websites beginnen wir mit dem Ablauf, nicht mit dem Design. Ablauf des Erstgesprächs, Dauer, Kosten und Kassenzuschuss erklären wir klar und freundlich, und die Kontaktaufnahme läuft über ein Formular statt nur über das Telefon, mit dem Hinweis, was mit den Daten passiert. Das Formular fragt nur ab, was für die Terminvereinbarung nötig ist.
In einer Google-Bewertung zu einer Psychotherapie-Website, die wir umgesetzt haben, schrieb U. M.: „Kalena Designs hat meine Psychotherapie-Website mit viel Feingefühl und Professionalität umgesetzt. Gestaltung und Struktur passen perfekt zu meiner Arbeit.“ Genau um diese Passung geht es: Die Website soll sich so anfühlen wie deine Praxis.
Wie Physiotherapie-Praxen die Fragen vor dem ersten Termin beantworten, zeigt unser Beitrag zur Physio-Website vor dem ersten Termin. Vieles davon lässt sich übertragen.
Deine Checkliste für die Erstgespräch-Seite
Diese Punkte kannst du an einem Nachmittag selbst prüfen und umsetzen:
- Steht auf der Startseite in einem Satz, für wen du da bist?
- Gibt es eine eigene Seite zum Ablauf des Erstgesprächs, mit Dauer und Ort?
- Stehen dein Honorar und ein Link zur ÖGK-Seite zum Kostenzuschuss auf einer eigenen Seite?
- Nennst du ehrlich, ob und wann Plätze frei sind?
- Fragt das Formular nur Name, Kontakt, Zeiten und eine freiwillige Nachricht ab?
- Steht über dem Nachrichtenfeld, dass niemand seine Gründe schreiben muss?
- Steht neben dem Formular, wann du antwortest?
- Hast du jeden Text laut gelesen und dich gefragt, ob du so auch im Gespräch sprichst?
Wann du das nicht brauchst
Du brauchst keine aufwendige Erstgespräch-Seite, wenn deine Praxis auf Monate ausgebucht ist und neue Klientinnen ausschließlich über Zuweisungen kommen. Dann reicht eine ruhige Visitenkarte mit Ausbildung, Methode und einem klaren Hinweis, dass derzeit keine Plätze frei sind.
Auch wenn du vor allem in einer Einrichtung arbeitest, die Termine zentral vergibt, gehört der Anfrageweg dorthin und nicht auf deine eigene Seite. Und wer lieber telefonisch erreichbar ist und fixe Telefonzeiten hat, sollte diese prominent nennen, statt ein Formular einzubauen, das dann niemand zeitnah beantwortet.
Wenn du deine Seiten gemeinsam mit uns durchgehen willst, schauen wir uns Ablauf, Kostenseite und Formular in einem Gespräch an und sagen dir ehrlich, was fehlt: Erstgespräch buchen.
Quellen und weiterführende Informationen
[Q2] Datenschutzbehörde: FAQ Besondere Datenkategorien (abgerufen September 2026)
[Q4] RIS: § 51 Psychotherapiegesetz 2024, Ethik- und Berufskodex (Fassung gültig ab 01.01.2025)
Häufige Fragen
Soll ich mein Honorar wirklich öffentlich nennen?
Ja, wenn es für alle gleich ist. Ein genannter Preis erspart Menschen die unangenehme Frage im Gespräch und dir Anfragen, die am Preis scheitern. Wenn du Sozialtarife anbietest, schreib dazu, dass es sie gibt und wie man danach fragt.
Ist eine Online-Terminbuchung für Erstgespräche sinnvoll?
Für manche Praxen ja, etwa bei festen Zeitfenstern für Erstgespräche. Viele Therapeutinnen wollen vorher kurz klären, ob das Anliegen passt, dann ist ein Formular mit Rückruf ehrlicher. Wichtig ist, dass auch das Buchungssystem nur die nötigen Daten abfragt.
Darf ich Bewertungen von Klientinnen auf meiner Website zeigen?
Das ist eine berufsrechtliche Frage, die du mit deinem Berufsverband klären solltest. Unabhängig davon gilt die Verschwiegenheit: Niemand darf aus einer Website ablesen können, wer bei dir in Therapie ist.
Wie schnell sollte ich auf eine Anfrage antworten?
So schnell, wie du es verlässlich schaffst, und genau das schreibst du neben das Formular. Eine automatische Bestätigung mit dem Satz, bis wann du dich meldest, nimmt die Unsicherheit nach dem Absenden.
Geschrieben von

Adam Khalil, BSc
Gründer und Lead Developer, Kalena Designs, Graz
Adam Khalil hat Kalena Designs 2019 in Graz gegründet und baut seitdem Websites, Online-Shops und Automatisierungen für kleine Betriebe in der Steiermark. Er schreibt darüber, was eine Website an Anfragen bringt, wie lokale Sichtbarkeit bei Google und in KI-Suchen entsteht und wo KI im Betriebsalltag wirklich Zeit spart. Das Wix-Partnerkonto, über das er Wix-Studio-Projekte umsetzt, ist von Wix Studio als Expert Developer zertifiziert.
Das Team hinter Kalena DesignsPassende Leistung
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