Kurz beantwortet
Für die Speisekarte auf der Website ist eine HTML-Seite fürs Handy fast immer besser als eine PDF: Die Seite passt sich dem Bildschirm an, lädt schneller, lässt sich in Minuten ändern und zeigt Allergene als Text. Die PDF bleibt als Download zum Ausdrucken, der Speisekarten-Link im Google-Profil zeigt auf die HTML-Karte.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine HTML-Karte bricht am Handy sauber um; eine normale PDF zwingt zum Zoomen und Wischen in zwei Richtungen.
- Google kann PDFs indexieren, aber wer auf der PDF landet, sieht weder Reservierung noch Öffnungszeiten.
- Im Google-Unternehmensprofil gibt es ein Feld „Link zur Speisekarte“; es gehört auf die HTML-Karte.
- Die Allergeninformationsverordnung verlangt leicht zugängliche Informationen auf Basis einer schriftlichen Dokumentation. Online gilt: dieselbe Dokumentation, direkt beim Gericht.
- Die Tageskarte ist ein kleines Textfeld mit Datum, das die Küche selbst am Handy ändert.
Für Gäste am Handy ist eine Speisekarte als HTML-Seite fast immer die bessere Wahl: Der Text passt sich dem Bildschirm an, lädt schnell und lässt sich in Minuten ändern. Eine PDF hat ihren Platz als zusätzlicher Download zum Ausdrucken, aber nicht als einzige Karte auf der Website.
Nimm ein Wirtshaus mit Mittagsmenü. Um 11:40 Uhr sucht jemand im Büro am Handy nach dem Menü, bekommt eine PDF der ganzen Abendkarte, muss hineinzoomen und seitlich wischen. Das Tagesmenü steht darin nicht, weil es die Küche morgens nur auf die Tafel schreibt. Der Gast geht dorthin, wo er in zehn Sekunden sieht, was es heute gibt.
Was eine Website für dein Lokal sonst noch braucht, zeigt unsere Branchenseite. Wie wir Websites für Grazer Betriebe grundsätzlich planen, steht in der Übersicht. Hier geht es nur um die Karte.
Speisekarte auf der Website: was spricht gegen die PDF?
Eine PDF-Speisekarte ist für Papier gemacht, nicht für ein Handy, das man mit einer Hand hält. Die Datei behält ihr Seitenformat, und wer sie am Handy liest, zoomt und wischt in zwei Richtungen.
Genau das beschreibt die Web-Richtlinie WCAG 2.2 als Problem: Inhalte sollen sich bei einer Breite von 320 CSS-Pixeln ohne Scrollen in zwei Richtungen darstellen lassen (Kriterium 1.4.10, Stand August 2026) [Q1]. Das W3C nennt als Beispiel PDFs, die nach dem Standard PDF/UA barrierefrei erstellt wurden: Deren Inhalt lässt sich neu umbrechen und vergrößern [Q1]. Die meisten Speisekarten, die aus einem Grafikprogramm exportiert werden, sind das nicht.
Dazu kommen drei praktische Punkte:
- Eine PDF mit Fotos und eingebetteten Schriften wird schnell mehrere Megabyte groß. Im Mobilnetz vor dem Lokal wartet niemand gern darauf.
- Jede Preisänderung heißt: Datei im Grafikprogramm öffnen, neu exportieren, hochladen, alte Datei ersetzen. Das bleibt im Alltag gern liegen, und die alten Preise stehen weiter online.
- Wer die PDF einmal heruntergeladen hat, hat eine Karte mit alten Preisen auf dem Handy.

Kann Google eine PDF-Speisekarte lesen?
Ja, Google kann PDF-Dateien indexieren; die Google Search Central führt das Adobe Portable Document Format ausdrücklich als unterstützten Dateityp (Stand Februar 2026) [Q2]. Die PDF ist also für Google nicht unsichtbar.
Der Unterschied liegt woanders. Eine HTML-Karte ist Teil deiner Website: mit Navigation, Öffnungszeiten, Reservierungsbutton und Link zur Anfahrt. Wer über Google direkt auf einer PDF landet, sieht nichts davon und hat keinen Weg zurück zu dir außer dem Zurück-Knopf. Mehr zu den technischen Grundlagen schnell ladender Seiten steht in unserem Beitrag zur technischen Basis von Websites.
Wie kommt die Karte in dein Google-Unternehmensprofil?
Im Google-Unternehmensprofil kannst du einen Link zur Speisekarte hinterlegen; laut Google-Hilfe unter „Profil bearbeiten“, Bereich „Kontakt“, Feld „Link zur Speisekarte“ (Stand September 2026) [Q3]. Setz diesen Link auf deine HTML-Karte, nicht auf die PDF.
Zusätzlich gibt es für Betriebe der Gastronomie einen Menüeditor, mit dem du Gerichte mit Beschreibung und Preis direkt im Profil anlegst. Laut Google-Hilfe kannst du dafür auch ein Foto der Speisekarte oder eine PDF hochladen und daraus einen Vorschlag erzeugen lassen [Q3]. Prüf diesen Vorschlag Posten für Posten, bevor du ihn übernimmst. Wie du das Profil sonst pflegst, erklärt unser Leitfaden zum Google-Profil.
Der Nachteil: Zwei Karten heißt doppelte Pflege. Wer das Profil nicht regelmäßig nachzieht, zeigt dort Preise vom letzten Jahr. Entscheide dich deshalb bewusst, ob der Menüeditor bei dir mitläuft oder ob der Link auf die Website genügt.
Was gilt für Allergene auf der Online-Karte?
In Österreich regelt die Allergeninformationsverordnung, wie Gäste bei unverpackten Speisen über Allergene informiert werden. Laut § 3 müssen die Informationen verfügbar und leicht zugänglich sein, entweder unaufgefordert oder über einen gut sichtbaren Hinweis, dass geschulte Personen auf Nachfrage mündlich Auskunft geben (BGBl. II Nr. 175/2014, Fassung September 2026) [Q4]. Die Angaben müssen laut § 4 auf einer schriftlichen Dokumentation beruhen [Q4].
Die Verordnung spricht von der Abgabe an Endverbraucher, nicht ausdrücklich von deiner Website. Ob und in welcher Form du Allergene online angibst, klärst du im Zweifel mit der Wirtschaftskammer oder der Lebensmittelaufsicht. Wenn du sie angibst, dann aus derselben schriftlichen Dokumentation, die auch im Lokal gilt, und bei jedem Gericht direkt daneben. Schreib dazu, wann die Angaben zuletzt geprüft wurden, und ändere sie online am selben Tag wie im Lokal.
Hier ist HTML klar im Vorteil. Die Allergenangaben stehen als Text neben jedem Gericht, eine Legende steht am Ende, und wer die Seite vorlesen lässt, hört sie mit. In einer PDF-Grafik sind sie oft nur als kleine Buchstaben im Bild vorhanden.

Wie pflegst du Tageskarte und Mittagsmenü?
Die Tageskarte bekommt auf der Website einen eigenen, kleinen Bereich, den du oder dein Team am Handy in zwei Minuten ändern könnt. Das geht nur mit einer HTML-Karte in einem Redaktionssystem, nicht mit einer PDF.
- Leg fest, wer das Mittagsmenü einträgt und bis wann, zum Beispiel die Küche bis 10 Uhr.
- Das Feld hat einen Titel mit Datum, damit Gäste sehen, dass es aktuell ist.
- Die Einträge sind reiner Text: Suppe, Hauptspeise, vegetarische Variante, Preis.
- Ist heute Ruhetag oder gibt es kein Menü, steht genau das dort, statt des Menüs von gestern.
- Saisonale Gerichte bekommen eine eigene Rubrik, die du aus- und wieder einblendest, statt sie zu löschen. Dann ist der Bärlauch im nächsten Frühling mit einem Klick zurück.
Ein Foto der Kreidetafel wirkt charmant, ersetzt aber keinen Text. Man kann es nicht vergrößern, ohne dass es unscharf wird, und Vorlese-Programme können es nicht lesen.
Was wir beim Kaffee-Shop von C•SOL gelernt haben
Für die C•SOL Roastery, eine Spezialitätenrösterei mit Online-Shop, haben wir das Sortiment als strukturierte Inhalte angelegt statt als Katalog. Kundinnen filtern nach Röstgrad, Herkunft und Aufbereitung, die Preise richten sich nach der Packungsgröße, und die Seite läuft auf Deutsch und Englisch.
Eine Rösterei ist kein Restaurant, aber die Frage ist dieselbe: Wie findet jemand am Handy schnell das Richtige aus einer langen Liste? Die Antwort war dort wie bei jeder Speisekarte: Jeder Eintrag ist ein eigener Datensatz mit Name, Beschreibung, Eigenschaften und Preis. Daraus lassen sich Filter, Übersetzungen und Änderungen ableiten, ohne ein Layout neu zu setzen.

Bei uns wird jede Seite zuerst für das Smartphone gestaltet und auf Ladezeit, Lesbarkeit und Bedienung mit dem Daumen geprüft. Inhalte wie eine Speisekarte pflegst du danach selbst im Redaktionssystem; wie das in der Einschulung abläuft, zeigen wir dir beim Launch.
Checkliste: deine Online-Speisekarte am Handy prüfen
Nimm dein Handy, geh ins mobile Netz und ruf deine Website auf, als wärst du ein Gast vor der Tür:
- Die Karte ist von der Startseite mit einem Tipp erreichbar.
- Die Karte ist eine Seite mit Text, keine PDF und kein Foto.
- Du musst nicht zoomen und nicht seitlich wischen.
- Die Preise stimmen mit der Karte im Lokal überein.
- Das Mittagsmenü zeigt das heutige Datum.
- Allergene stehen neben den Gerichten, mit Legende, falls du sie online angibst.
- Auf der Kartenseite gibt es einen Button zum Reservieren oder Anrufen.
- Der Speisekarten-Link im Google-Profil führt auf genau diese Seite.
Mehr zu Reservierung, Fotos und Maps findest du in unserem Ratgeber für Restaurant-Websites.
Wann du keine HTML-Karte brauchst
Wenn sich deine Karte nur einmal im Jahr ändert, du kein Mittagsmenü hast und deine Gäste vor allem über Stammkundschaft kommen, reicht eine sauber exportierte PDF, die auf dem Handy lesbar ist, plus ein aktueller Speisekarten-Link im Google-Profil. Achte dann auf ein Hochformat, große Schrift und eine kleine Datei.
Auch für eine Bar mit zehn Getränken und drei Snacks lohnt kein eigenes System. Da genügt ein kurzer Textabschnitt auf der Startseite, den du selbst änderst.
Wenn du deine Karte mit uns einmal am Handy durchgehen willst: Erstgespräch buchen.
Quellen und weiterführende Informationen
[Q1] W3C: Understanding WCAG 2.2, Success Criterion 1.4.10 Reflow (Stand 10.08.2026)
[Q2] Google Search Central: Von der Google Suche indexierbare Dateitypen (Stand 06.02.2026)
[Q3] Google Unternehmensprofil-Hilfe: Der Menüeditor (abgerufen September 2026)
[Q4] RIS: Allergeninformationsverordnung, BGBl. II Nr. 175/2014, §§ 3 und 4 (Fassung vom 26.09.2026)
Häufige Fragen
Soll ich Fotos von jedem Gericht auf die Karte stellen?
Nicht von jedem. Ein paar gute Fotos von Klassikern helfen bei der Entscheidung, zu viele machen die Seite langsam und lang. Wichtig ist, dass die Fotos wirklich deine Gerichte zeigen und aktuell sind.
Brauche ich die Karte auch auf Englisch?
Wenn du viele Gäste aus dem Ausland hast, etwa in der Innenstadt oder nahe an Hotels, lohnt sich eine englische Fassung. Bei einer HTML-Karte ist das eine zweite Spalte im Redaktionssystem, keine zweite Datei. Für ein Beisl mit Stammkundschaft reicht Deutsch.
Was ist mit QR-Codes auf dem Tisch?
Ein QR-Code am Tisch sollte auf die HTML-Karte führen, nicht auf eine PDF. Leg trotzdem gedruckte Karten bereit, denn nicht jeder Gast will oder kann das Handy dafür verwenden.
Darf ich Preise online anders angeben als im Lokal?
Besser nicht. Gäste vergleichen, und unterschiedliche Preise wirken unseriös. Pflege Preise an einer Stelle und zieh die Karte im Lokal und online gleichzeitig nach.
Geschrieben von

Adam Khalil, BSc
Gründer und Lead Developer, Kalena Designs, Graz
Adam Khalil hat Kalena Designs 2019 in Graz gegründet und baut seitdem Websites, Online-Shops und Automatisierungen für kleine Betriebe in der Steiermark. Er schreibt darüber, was eine Website an Anfragen bringt, wie lokale Sichtbarkeit bei Google und in KI-Suchen entsteht und wo KI im Betriebsalltag wirklich Zeit spart. Das Wix-Partnerkonto, über das er Wix-Studio-Projekte umsetzt, ist von Wix Studio als Expert Developer zertifiziert.
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